Der Landkreis Osterholz 1932-1948

„Was wollen Sie wissen?“ fragten die meisten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Beginn unserer Gespräche und verkehrten damit die Interview-Situation in ihr Gegenteil. Plötzlich war der Historiker der Befragte, mußte er Auskunft geben – wenn auch nicht über die Vergangenheit, so doch zumindest über sein Erkenntnisinteresse, über Sinn und Ziel der Gespräche.

Dieses Interesse war jedoch nur sehr grob zu umschreiben, mit den Eckdaten der Untersuchung zum Beispiel, also den dreißiger und vierziger Jahren. Ein weiteres Interesse bzw. eine zweite Vorbedingung für das Zustandekommen eines Gesprächs war zu diesem Zeitpunkt bereits erfüllt, waren doch die Zeitzeugen in jener, 50 oder 60 Jahre zurückliegenden Zeit Bewohner des Landkreises Osterholz gewesen. Über diese Rahmenbedingungen hinaus konnte ich nicht wissen, was ich wissen wollte, denn ich lernte die Zeitzeugen ja eben erst kennen, wußte so gut wie gar nichts über ihren biographischen Hintergrund und damit auch nichts über ihre Auskunftsfähigkeit. Die Frage nach meiner Wißbegierde und damit auch nach meinen Wissenslücken beinhaltete aber ein – für Zeitzeugengespräche – sehr typisches Mißverständnis: Die Zeitzeugen erwarten, daß man sie als Zeugen der Zeit befragt – und sie erwarten dies nicht einmal zu Unrecht, wenn man sie gleichsam als Experten einer Epoche anspricht, die Nachgeborene wie ich, der Historiker, nicht miterlebt haben. Die Rekonstruktion eines historischen Sachverhaltes, eines konkreten Ereignisses, über das der Zeitzeuge wie vor Gericht Auskunft erteilen könnte, stand für die vorliegende Arbeit jedoch nicht im Vordergrund. Gegenstand ist vielmehr die Vermittlung eines Dialoges zwischen Lebenserinnerungen und Zeitgeschichte anhand der subjektiven Rekonstruktionen miterlebter Epochen sowie deren historiographischer Darstellung. Entgegen der Erwartung der meisten Zeitzeugen lautete die Forschungsfrage daher nicht, welches Ereignis wie genau erinnert wird, sondern: Was wird in der Gegenwart wie und wozu erinnert? Hierdurch veränderte sich die Rolle des jeweiligen Gesprächspartners von der eines Zeitzeugen zu der einer „Versuchsperson“, wie man es im psychologischen Experiment bezeichnen würde. Nun wurde aber dieser Rollenwechsel weder thematisiert noch von den Gesprächspartnern registriert, da zum einen die Erinnerungen und Aussagen, nicht aber die Personen im Vordergrund stehen sollten und zum anderen nicht der Anschein erweckt werden sollte, es handele sich um eine Inquisition oder eine Psychoanalyse. Für beides ist der Historiker nicht zuständig.

Überhaupt sollten in der Geschichtsforschung Assoziationen zum Gerichtswesen vermieden werden. Der Historiker – zumal als freier Wissenschaftler in einem freiheitlich-demokratischen System – kann sich nicht zum Richter über historische Entwicklungen und Personen aufschwingen. Er beurteilt, er verurteilt aber nicht, denn geschichtswissenschaftliche Erkenntnis unterscheidet sich von normativer Erkenntnis dadurch, daß sie zwar Auskunft darüber gibt, was war und was ist, aber nicht darüber, was sein soll. Werterkenntnis postuliert also, wie gehandelt werden soll, Tatsachenerkenntnis hingegen beschreibt den objektivierbaren Inhalt der Geschichte. Die Schlußfolgerung lautet daher: Die wissenschaftliche Erkenntnis strebt nach Wahrheit, gerade weil Geschichte so „lögenhaft to vertellen“, so unglaublich ist. Wissenschaftliche Erkenntnis ist zudem von anderen nachprüfbar; das leitet und reguliert die Tätigkeit des Historikers. Seine Weltanschauung aber ist ebenso unabhängig von der Geltung seiner wissenschaftlichen Thesen und Ergebnisse wie die Motivation für deren Entstehung. Geschichtswissenschaft verhält sich demnach nicht wie ein ,Erfüllungsgehilfe‘ der Gegenwart, der jede Geschichte als bloße Vorgeschichte auf die Bedürfnisse des jeweils gerade gängigen politisch-moralischen Zeitgeistes zurechtbiegt. Dennoch kann auch der Historiker nicht umhin, die Vielzahl roter Fäden der Vergangenheit vom sich stetig verschiebenden Ende in der Gegenwart her zu einer Geschichte zu verweben. – Zwar ist auch er zeit- und standortgebunden, aber entscheiden nicht diese beiden Komponenten über Relevanz und Bedeutung seiner Ergebnisse, sondern allein deren wissenschaftliches Zustandekommen.

Möglicher Kritik, Geschichtswissenschaft sei weltabgewandt, praxisfremd und antiaufklärerisch, begegnet diese Arbeit bereits methodisch, war es doch zumindest für die Durchführung der Zeitzeugengespräche notwendig, den „Elfenbeinturm“ der Wissenschaft zu verlassen – ein Vorgehen, welches innerwissenschaftliche Widerstände zu bestärken scheint, ist doch die Methode der mündlich erfragten Geschichte, die „Oral History“, in der Zunft nicht unumstritten. Das Paradoxon, den wissenschaftlichen Elfenbeinturm zu verlassen, ohne die wissenschaftliche Integrität einzubüßen, versucht die Arbeit aufzulösen, indem sie die beiden Grundvoraussetzungen für Wissenschaft überhaupt – freie Kommunizierbarkeit und Selbstreflexion – in das Zentrum der Untersuchung rückt. Das Prozeßhafte dieser Vorgehensweise findet seinen Niederschlag sowohl in diesem Buch, als auch in der Gesamtkonzeption des Projektes, dessen primäre Absicht in der Konservierung von Zeitzeugenberichten für das kollektive Gedächtnis des Landkreises bestand, eben „weil viele Augenzeugen später nicht mehr da sind“.

Das angesprochene kollektive Gedächtnis bildet einen Fundus aller Gewohnheiten und Traditionen von gesellschaftlichen Gruppen, Gruppen wie z.B. der Familie, der Kirche oder auch der Bewohner eines Landkreises. Die einzelne Person verteilt sich dabei gleichsam auf verschiedene dieser Gruppen oder auch kollektiven Gedächtnisse. Die alltägliche Verwendung tradierter Bewußtseinsinhalte (wie Weltanschauung und Religiosität) sowie die Beschäftigung mit der Vergangenheit stiften für das Individuum wie für die soziale Gruppe Identität, insofern der Mensch „sein konkretes Sosein als von einem geschichtlichen Wirkungszusammenhang bestimmt“ zu erkennen sucht. Erinnerung, verstanden als Sozialbewußtsein, entsteht erst durch die Verbindung mit den dazugehörigen Menschen, ein Vergessen würde umgekehrt auf den Verlust dieses Kontaktes zurückzuführen sein. Diese Überlegung stellt Ansatz und Richtung der vorliegenden Arbeit dar, die es unternimmt, sich am innergesellschaftlichen Prozeß der reflektierten Rekonstruktion einer „frag-würdigen“ Epoche in der Geschichte des Landkreises zu beteiligen. Die Bezeichnung des Untersuchungszeitraumes als „frag-würdig“ bezieht sich auch auf die Rolle des Historikers als eines Moderators im angestrebten historisch-politischen Dialog.

Für diesen Dialog wurde das Projekt in verschiedene Arbeitsschritte untergliedert:
Ausgangspunkt bilden die Gespräche mit Zeitzeugen, deren Erinnerungen einen Eindruck von der Bedeutung vergangener Ereignisse für die lebensgeschichtliche Sinnstiftung vermitteln. Die Abschrift der mitgeschnittenen Zeitzeugengespräche sowie deren ausführliche Dokumentation in diesem Buch gießt die Erinnerungen eines konkreten Entstehungszeitraumes (1995/96) in eine modifizierte, aber festere Form sowohl für den angestrebten innergesellschaftlichen Dialog als auch für die historiographische Interpretation. Der zweite Arbeitsschritt ist die Konfrontation der Erinnerungen mit den geschichtswissenschaftlichen Erkenntnissen, die aus der herkömmlichen, archivalischen Quellenüberlieferung insbesondere des Landkreises resultieren. Noch ein drittes Arbeitsvorhaben findet schließlich Eingang in dieses Buch, nämlich die Einladung an die Bevölkerung des Landkreises, am Aufbau eines zentralen Erinnerungsarchivs teilzunehmen. Dieses Erinnerungsarchiv wird eine Abteilung des Kreisarchivs bilden, in der private Nachlässe, Zeitzeugeninterviews, Briefwechsel, Tagebücher und andere persönliche Unterlagen professionell erfaßt, gesichert und nach Ablauf der üblichen Sperrfristen historisch Forschenden zugänglich gemacht werden können. Dies alles dient der Verbreiterung der alltags- und erfahrungsgeschichtlichen Quellenbasis für die Analyse der Durchschlagskraft der „großen Politik“ und anonymer Strukturprozesse auf das Leben der „kleinen Leute“ und anderer sozialer Schichten, die traditionell als die passiv Hinnehmenden gelten.

Der Aufbau der Arbeit ist grundsätzlich an der Chronologie des Untersuchungszeitraumes 1932 bis 1948 ausgerichtet. Diese sechzehn Jahre umfassen in etwa das Intermezzo zwischen der ersten und der zweiten deutschen Demokratie, die in ihrer End- bzw. Frühphase möglicherweise mehr miteinander gemeinsam hatten, als man in Zeiten manch unterbundener Kontinuitätsdiskussion wahrhaben wollte. – Der Perspektivenwechsel hat inzwischen längst stattgefunden, die unhistorische, allein auf Hitler zentrierte Dämonisierung des „Dritten Reiches“, das man hinter der Zäsur von 1945 gleichsam abschottete, sowie die holzschnittartige Interpretation der jungen Bundesrepublik zwischen den Polen von „Neubeginn“ und „Restauration“ wurde zugunsten einer sozial- und mentalitätsgeschichtlich ausgerichteten Erklärung der gesellschaftlichen Voraussetzungen und Wirkungen des Nationalsozialismus ausgeweitet. Die unstrittigsten Kontinuitätslinien bilden indes die von solchen Lebensläufen, die den gesamten Untersuchungszeitraum überlagern, so diejenigen der für diese Arbeit befragten Zeitzeugen, von denen der jüngste 1930 und der älteste 1915 geboren wurde. Aber auch Biographien können wiederum von Brüchen und einschneidenden Erlebnissen, von Einstellungs- und Verhaltensänderungen, von Wahrnehmungslücken und Erkenntnisgewinnen geprägt und durchwoben sein. Nur selten präsentiert sich ein Menschenleben in den dreißiger und vierziger Jahren unseres Jahrhunderts als ein „langer ruhiger Fluß“. Auf diese unterschiedlichen Zeiterfahrungen, die den Umgang des Einzelnen mit seiner persönlichen Vergangenheit innerhalb des gesellschaftspolitischen Kontextes sowie des öffentlichen Erinnerungsdiskurses formen, richtet sich das Hauptaugenmerk der Arbeit; die originären Ergebnisse der Geschichtsforschung nehmen sich dagegen zurück, bilden lediglich eine Vergleichsfolie, eine beiläufige Ergänzung ohne Korrektur oder Zensurabsicht.

Dieses unparteiische, wenn auch nicht standpunktlose Selbstverständnis wird in einem ersten Hauptteil des Buches zum Ausdruck gebracht, der sich mit den typisch deutschen Schwierigkeiten zeitgeschichtlichen Arbeitens auseinandersetzt. Rund um den Kernbereich der Arbeit, die Erinnerungsprotokolle, beschäftigen sich der zweite und der vierte Hauptteil mit den politik- und sozialgeschichtlichen Rahmenentwicklungen der vorwiegenden Interviewinhalte, deren zeitlicher Schwerpunkt auf den Jahren des Zweiten Weltkriegs mit seinen direkten Folgen, wie z.B. der Kriegsgefangenschaft, liegt. Da die Erinnerungen der Zeitzeugen aber nicht nur häufig in der Kindheit starten, sondern auch mitunter in der Gegenwart enden, verwischen die zeitlichen Grenzen der einzelnen Kapitel, überschneiden sich die Erzählräume, so daß der enge Rahmen des dritten, des hauptsächlichen Interviewkapitels (1939-1948) insbesondere nach vorn überschritten wurde. Hierzu wurde den Befragungen das Kapitel über die Jahre 1932 bis 1942 an die Seite gestellt, also jener Zeitspanne, in der zum einen die Nationalsozialisten ihre Macht etablierten und ihre Gesellschaftsvorstellungen durchsetzten und in der zum anderen der sich meist außerhalb des Reiches abspielende Krieg die Osterholzer im Landkreis noch nicht vollständig erfaßt hatte. Von diesem Zeitpunkt an aber, also seit der deutschen Niederlage bei Stalingrad und der Goebbelschen Proklamation eines „totalen Krieges“, war auch die „Volksgemeinschaft“ der privilegierten Deutschen (wie der Osterholzer) vom unweigerlichen militärischen und politischen Niedergang ihrer Führung betroffen, begann auch jene deutsche Mehrheit sich als Opfer zu fühlen, wurden sie auch Opfer des Krieges, der durch ihre Regierung zunächst gegen den „inneren Feind“ und dann auch gegen den äußeren angezettelt worden war. Diese Jahre seit 1943, die gekennzeichnet waren von einer zunehmenden Ernüchterung und einer allmählichen Abkehr von Teilen der Bevölkerung vom nationalsozialistischen Regime und seinen Regeln, Jahre, die auch die nachhaltige Zerstörung der materiellen und familialen Lebensgrundlagen für viele Menschen mit sich brachten und gleichsam in einer „Zusammenbruchgesellschaft“ kulminierten, werden in der Forschung mit den Eckdaten „Stalingrad und Währungsreform“ umrissen. – Das Jahr 1948 bildet auch für die vorliegende Arbeit den Endpunkt der Darstellung, jedoch nicht, um für Niedersachsen die (so nicht zutreffende) Behauptung des Endes der Zusammenbruchgesellschaft ohne weiteres zu übernehmen, sondern weil die Geldreform vom Juni 1948 im kollektiven Gedächtnis auch der Osterholzer Bevölkerung den Beginn einer neuen ,Zeitrechnung‘ und damit des Endes der direkten Nachkriegszeit symbolisiert.

In der Gliederung der Arbeit spiegelt sich nicht der Forschungsweg wider, sondern vielmehr die Absicht, mithilfe der Zeitzeugeninterviews eine Brücke zu schlagen zwischen den Ergüssen der Wissenschaft und denen des Gedächtnisses. Das Forschungsvorhaben beabsichtigte demgegenüber zunächst die Produktion von Zeitzeugeninterviews zum Themenschwerpunkt „Kriegsende 1945“ in Anlehnung an die vielfältigen, weltweiten Gedenkveranstaltungen zum 50. Jahrestag des Kriegsendes in Europa am 8. Mai 1995. Da die Zeitzeugen jedoch von der eigentlichen Themenstellung „Kriegsende“ automatisch in Erzählungen über den Krieg verfielen, der in vielerlei Hinsicht für sie existentieller und damit prägender gewesen war als die meist zivileren Erfahrungen nach seinem Ende, erschien es notwendig, auch den historischen Hintergrund der Vorgeschichte stärker mit in die Arbeit einzubeziehen. Der Zweite Weltkrieg ist ohne den Nationalsozialismus nicht erklärbar, und dessen Erscheinung läßt sich historisch auch auf der lokalen Ebene des Landkreises Osterholz nachvollziehen. – Die Themenauswahl für die historiographische Rahmenhandlung der Erinnerungen wurde also einerseits durchaus von den Zeitzeugen inspiriert, beruhte andererseits aber auf dem Interesse, einschlägige staats- und gesellschaftspolitische Einschnitte in der gesamtdeutschen Entwicklung jener Jahre auf der Grundlage von herkömmlichem Quellenmaterial lokalgeschichtlich zu beleuchten: Als Einschnitte in diesem Sinne müssen die nationalsozialistische Machtübernahme, die systematische Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung von Menschen aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen, die Kriegswende, die Familientrennungen, der Flüchtlingszustrom, die Besatzungssituation sowie die Probleme des politisch-moralischen Neuanfangs nach dem Ende des nationalsozialistischen Regimes und des Krieges gelten.

Die Arbeit strebt an, auf diese „weißen Flecken“ in der lokalen Zeitgeschichtsschreibung hinzuweisen, ohne bereits selbst als umfassender Forschungsbeitrag auftreten zu können. Mehr als Geschichtsschreibung im herkömmlichen Sinne ist es Ansatz und Ziel dieser Arbeit, eine Kommunikation über Geschichte zu betreiben. Dennoch soll sie – wie alle Forschung – zur Anregung für weitere Untersuchungen dienen, womöglich von Examenskandidatinnen und -kandidaten der Universitäten Bremen und Hamburg, die nur selten den Sprung über Weser und Elbe oder genauer: über Wümme, Hamme und Oste wagen.

(aus der Einleitung)

 

ohzcoverJens Murken

„De Geschicht is lögenhaft to vertellen, ober wohr is se doch …“
Der Landkreis Osterholz 1932-1948. Zeitgeschichte im Gespräch

Münster : Agenda Verl., 1999
Beschreibung: 440 S. : Ill., Graph. Darst., Kt. ; 23 cm
ISBN: 3896880470
Schriftenreihe: Agenda Geschichte ; 15

 

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Zeitzeugeninterviews

Geleitwort

Vorwort

Einleitung           13

I. Vom schwierigen Umgang mit der Vergangenheit – Vom Umgang mit der schwierigen Vergangenheit   23
1. Denkmal 8. Mai 24
2. Vergangenheitsbewältigung      26
3. Erinnern, Durcharbeiten, Wiederholen 28
4. Die Schuldfrage 34
5. Zeitzeugen in der Praxis des Historikers 36

II. Der Landkreis Osterholz in den Jahren 1932 bis 1942       44
1. Landeskundliche Gegebenheiten             44
2. Osterholz zwischen Republik und Diktatur (1932/33)       50
3. Die nationalsozialistische Machtergreifung         62
4. Evangelische Kirche, „Kirchenkampf“ und gemeindliches Leben                65
5. Aus Politik und Verwaltung         83
6. Jüdisches Leben und Leiden in Osterholz              92

III. Osterholzer im Zweiten Weltkrieg –  Gespräche und Reflexionen über die Jahre 1939 bis 1948             105
1. „Hart wie Kruppstahl“? – Die männliche Jugend der Jahrgänge 1926, 1927 und 1930       105
2. „Den steht man nur durch, wenn man alle Mitleidsgefühle zurückdrängt“ – Krieg             171
3. „Das Band, das uns am meisten mit der Heimat verbindet“ – Feldpost   179
4. „Ein schönes Abenteuer“? – Militärischer Rückzug zwischen Gehorsam und Eigen-Sinn 196
5. „Strategien des Überlebens“ – Kriegsgefangenschaft     224
6. „Zu wenig Wissen, zu wenig Wissen-Wollen“ – Legenden und Erinnerungen       235

IV. Der Landkreis Osterholz in den Jahren 1945 bis 1948                247
1. Kriegsende und Besatzung     247
1.1. Besetzung 247
1.2. Alliierte Deutschlandpolitik zwischen Kooperation und Konflikt        251
1.3. Anglo-amerikanische Militärregierungen in Osterholz           256
2. Sozio-ökonomische und mentale Kriegsfolgen             264
2.1. Reorganisation des öffentlichen Lebens      264
2.2. Die Versorgungslage nach Kriegsende          267
2.3. Stimmungslagen     275
2.4. Bevölkerungszusammensetzung     279
3. Zusammenbruchgesellschaft 286
3.1. Flüchtlinge, Vertriebene und ihr Verhältnis zu den Einheimischen   287
3.2. Familie zwischen Desorganisationserscheinungen und Stabilisierung             302
3.3. Frauen nach 1945 – ein gescheiterter Aufbruch ?    304
3.4. „Jugend muß arbeiten und lernen“ – Jugend in einer verwüsteten Welt       312
3.5. Arbeitslosigkeit       317
3.6. Kriminalität                319
4. Besatzer und Besetzte             322
4.1. Zum Verhältnis von Besatzern und Besetzten           324
4.2. Politiküberdrüssigkeit          334
4.3. Entnazifizierung      339
4.3.1. Planung und Voraussetzungen     340
4.3.2. Durchführung       344
4.3.3. Bilanz: Von „Persilscheinen“ und „Mitläufern“      349
5. Institutioneller, politischer und kultureller Neubeginn in den ersten Nachkriegsjahren             354
5.1. Verwaltungsaufbau               354
5.1.1. Landrat und Kreisausschuß            355
5.1.2. Die Verwaltung der Kreisstadt      363
5.2. Politische Parteien 368
5.2.1. Neu- und Wiedergründungen: SPD, KPD, NLP und CDU     368
5.2.2. Profilsuche            374
5.2.3. Parteien und Kommunalwahlen 1946        377
5.2.4. Die Haltung der Parteien zur Bodenreform            379
5.3. Kultur als Überlebensmittel               386
5.4. Schule und Erziehung           390

V. Schluß             395
1. Jugend und Jugend-Zeitzeugen           396
2. Erinnerungsarbeit      397
3. Inventur im Landkreis               400
4. Zwischen Nazifizierung und Entnazifizierung (1932 bis 1948)  402

Anhang
Biographische Hinweise zu den Zeitzeugen         406
Verzeichnis der Abkürzungen    408
Quellen- und Literaturverzeichnis            409
Sach- und Personenregister       431

Verzeichnis der Zeitzeugeninterviews

II.2. Situation der Landwirtschaft um 1933 – Hermann Ginzel              51-53

II.4. HJ und Kirche – Christian Vetter               67-68

II.5. Führerkult und NS-Erntefeste – Almuth und Hermann Ginzel      91-92

II.6. „Arisierung“ von jüdischem Eigentum – Barbara Iwand  94

III.1. HJ-Führer – Christian Vetter       108-119
Diskriminierung von Juden – Ausbildung: Dienstanfänger und HJ-Dienst – Marine-HJ – Kriegsende: Gefangennahme und Entlassung – Nachkriegszeit: Zukunftspläne zwischen USA und Osterholz

III.1. Die Flakhelfergeneration – Fritz Lammerhoff und Carl Kreis sowie Anna Niethardt           121-141
Schulzeit: Oberschule, Kinderlandverschickung, Notabitur – Hitlerjugend – Luftwaffenhelfer – Kriegsende und Entlassung – Landwirtschaft zwischen Krieg und Nachkrieg – Kriegsgefangenschaft des Vaters – Berufswünsche – Umbruchserfahrungen: Freizeit und Alltag, Besatzer und Flüchtlinge

III.1.  „Weißer Jahrgang“ – Ludwig Mönckeberg, Ernst-Otto Wolfert   142-171
Schulbesuch und Landarbeit – Landwirtschaft – In der HJ: Geländespiele und Kriegsernst – Gnade der späten Geburt – Bombenangriffe auf Bremen – Ausgebombte und Flüchtlinge – Besatzer: Ami und Tommy – Ausländische Kriegsgefangene vor und nach Kriegsende – Einquartierung – „Schwarzschlachten“ – Viehhandel mit Juden – Gegen Kriegsende

III.2. „Krieg verroht den Menschen“ – Hermann Ginzel            174-177

III.3. Probleme mit dem „Ariernachweis“ – Hermann Ginzel   180-181

III.4. „Herrliche Feste“: Soldatenleben in Griechenland – Wilhelm Haas            198

III.4. „Wie die Fürsten und Grafen“: Militärischer Rückzug – Wilhelm Haas     202

III.4. Kriegstourismus – Wilhelm Haas               206

III.4. Manipulation des Marschbefehls – Wilhelm Haas             208

III.4. Verlängerter Heimaturlaub – Wilhelm Haas        210

III.4. ,Endsieg‘ in Schleswig-Holstein – Wilhelm Haas 212

III.4. Absetzen von der Truppe – Wilhelm Haas            213

III.4. Schleichwege nach Hause – Wilhelm Haas           216

III.4. Vor dem Einmarsch der britischen Armee – Wilhelm Haas            219

III.4. Reflexionen an den Krieg – Wilhelm Haas             220-221

III.5. Krieg ohne Ende: Kriegsgefangenschaft – Gerhard Petrikat          228-235

III.6. Legenden und Erinnerungen – Gerhard Petrikat 237-246

IV.2.3. Konsum ohne Marken – Gerhard Petrikat und Frau           277

IV.3.1. Schwerer Start in der neuen Heimat – Gerhard Petrikat und Frau               288-294

IV.4.1. Sperr- und Schäferstunden im Mai 1945 – Wilhelm Haas 324

IV.4.1. Irrfahrt für britische Entlassungspapiere – Wilhelm Haas 325-328

IV.4.1. Besatzer und Besetzte – Barbara Iwand  332

IV.4.3.2. Verdrängung – Barbara Iwand 343

 

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